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Zynischer Ratschlag aus dem Kultusministerium für G8 geschädigte Schüler: „Es muss keiner aufs Gymnasium gehen“

9. Oktober 2009. Unsere Tochter Julia ist 11 Jahre alt und geht in die sechste Klasse eines Gymnasiums in Bayern. Vor dem Schlafengehen schaut sie gerne „Logo!“, das Nachrichtenmagazin im öffentlich-rechtlichen Kinderkanal „KI.KA“. Gestern Abend war Julia nach der Sendung ziemlich sauer – nicht auf die Fernsehmacher, sondern über Aussagen von Hessens Kultusministerin Dorothea Henzler bei einem Treffen mit Gymnasiasten zum Thema „G8“. In der Sendung beklagten sich Kinder bei der Politikerin über den vollgepackten Stundenplan, der ihnen kaum noch Freizeit erlaubt. Anstatt den Lehrplan sinnvoll zu entrümpeln und dem gekürzten Schuljahr anzupassen, mutet man in vielen Bundesländern den Kindern zu, den Lehrstoff von 9 Jahren in 8 Schuljahren zu bewältigen. Drei bis vier Mal in der Woche Nachmittagsunterricht und danach noch Hausaufgaben sind keine Seltenheit, so die Schüler.

Hilfe aus dem Kultusministerium in Hessen dürfen sich die Kinder allerdings nicht erhoffen, das wurde gestern abend offensichtlich. Kultusministerin Dorothea Henzler sieht nur Vorteile im verkürzten gymnasialen Bildungsweg, denn schließlich „profitieren die Schüler, weil sie ein Jahr früher die Schule verlassen“, erklärte sie den sichtlich verdutzten Gymnasiasten. Und überhaupt: „Es muss keiner aufs Gymnasium gehen!“
Rücktritt fordern! – ist der Vorschlag von Julias Papa an die Opposition im hessischen Landtag.